11 Freunde

Elf Freunde sollt ihr sein.

Diesen Spruch hast du bestimmt schon mal gehört.

Er klingt schön.

Ein bisschen pathetisch.

Ein bisschen wie aus einer lang vergangenen Zeit, als Fußball in Deutschland noch vornehmlich auf der Straße oder dem Bolzplatz vor der Haustür gespielt wurde.

Als der kommerzielle Fußball noch nicht solche Dimensionen hatte wie wir es aktuell erleben.

Es klingt irgendwie nach Weltmeister von 1954, als die Helden des „Wunder von Bern“ 2.500 D-Mark, einen Fernseher, einen Lederkoffer und einen Motorroller erhielten.

Nicht nach 2019, oder?

11 Freunde: Ein bisschen was von Friede, Freude, Eierkuchen

Was ist das wichtigste unter Freunden, an einer Freundschaft?

  • Vertrauen
  • Loyalität
  • Verlässlichkeit
  • füreinander einstehen
  • Gemeinschaft

Das sind so die ersten Begriffe, die mir da in den Sinn kommen.

Deine Geheimnisse, Sorgen und Nöte sind bei deinen Freunden sicher.

Sie sagen dir auch mal etwas, was du vielleicht nicht gern hören willst oder wo du einen blinden Fleck hast.

Sie sind an deiner Seite, ob bei dir gerade die Sonne scheint oder um dich herum ein Orkan tobt.

Halten zu dir, egal, was passiert.

Sie mögen dich, weil du einfach ein toller Mensch bist und ihr viele Dinge habt, die euch verbinden.

Nicht, weil du vorhast, Fußballprofi zu werden (das hoffe ich jedenfalls für dich).

Wie sieht aber die Fußball-Realität heute in den Mannschaften und Vereinen aus?

Scouts, die schon bei den Jüngsten um den Trainingsplatz herumschleichen.

Sichtungstrainings, um die (vermeintlich jetzt schon) Besten der Besten möglichst schnell aus den aktuellen Jahrgängen herauszufischen.

Der ganze Irrsinn geht ja schon bei manchen Klubs bei der U9 bzw. darunter los…

Aber was erzähle ich Dir.

Du kennst das im Zweifel alles selber und wahrscheinlich viel besser als ich.

Ganz klar: Du brauchst Freunde!

Aber mach dir keine Illusionen und such sie nicht unbedingt in deiner Mannschaft.

Klar gibt es die da vereinzelt.

In der Kreisklasse wahrscheinlich sogar mehrere (aber bestimmt trotzdem nicht elf).

Da spricht ja auch gar nichts gegen.

Aber machen wir uns nichts vor:

Wenn du weiter kommen willst als der Durchschnitt, sind du und deine Mitspieler in erster Linie bestenfalls Kollegen.

Schlimmstenfalls scharfe Konkurrenten.

Hart, aber wahr.

Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass du auch deinem härtesten Konkurrenten in deiner Mannschaft Respekt zollst.

Schließlich könnt ihr nur als Team gemeinsam Erfolge einfahren.

Gerade in der Competition zu deinem Kontrahenten steckt für dich ne Menge Entwicklungspotential.

Weil du immer wieder versuchen kannst, ihn zu überholen, so wie er immer wieder versuchen wird, dich zu überholen.

So könnt ihr jeder für sich wachsen, auch wenn ihr vielleicht keine richtigen Freunde seid.

Freunde zu haben ist SUPERWICHTIG.

Du brauchst sie aber gerade auch außerhalb des Platzes (meiner Meinung nach, du darfst das natürlich auch gern anders sehen).

Denn:

Spätestens wenn es um den Aufstieg in die erste Mannschaft oder den Profibereich geht, hört die Freundschaft nämlich ganz schnell auf.

Dann geht es um die eigenen Interessen.

Wer wirklich weiterkommen will, kann da keine Rücksicht auf einen Freund nehmen.

Ich sage es nicht gern, aber so ist es.

Und wenn du es wirklich in den Profibereich schaffst, sind gute Freunde, die du schon lange kennst und auf die du dich verlassen kannst, un-be-zahl-bar.

Denn gelingt dir das, wovon Tausende träumen, erscheint ganz plötzlich aus dem Nichts eine ganz besondere Gattung Mensch: Die Pseudo-Freunde.

Und die Trittbrettfahrer.

Menschen, die sich in deinem Glanz (auch wenn er am Anfang noch klein sein sollte) sonnen und davon ganz allgemein profitieren möchten.

Und dann wird es ganz schwer, die Diamanten (gute Freunde) aus dem ganzen Geröll (Pseudos und Trittbrettfahrer) herauszufiltern.

Weil du dir nie sicher sein kannst, ob dich jemand um deiner selbst willen mag und deswegen dein Freund sein möchte oder weil er dich für seine Zwecke benutzen will.

Oder auch sie.

Ich war mal bei einem öffentlichen Training eines Bundesligisten, bei dem zwei „wunderschöne Blondinen“ sich weiter auf den Trainingsplatz vorgewagt haben als eigentlich erlaubt war.

Keine Ahnung, was die da wollten, aber ich glaube nicht, dass sie sich Tricks von den Jungs auf dem Platz abschauen wollten.

Also:

Schaff dir beizeiten einen Freundeskreis, der dich unterstützt, mit Leuten, auf die du bauen kannst.

Denen du vertrauen kannst.

Die dir mal die Meinung sagen, wenn es angebracht ist (was die Pseudos nie tun würden aus Angst, deine Gunst zu verlieren).

Und last, but not least brauchst du auch einfach Menschen um dich herum, die dir helfen, mal über den Fußball-Tellerrand hinauszuschauen.

Denn nicht alles im Leben ist Fußball (wirklich nicht, es gibt noch andere Realitäten da draußen, ich habe es selbst gesehen!).

Wenn du Fußball zu deinem Beruf machen willst, brauchst du ein stabiles soziales Netz aus Familie und Freunden.

Das brauchst du unbedingt, um aufzutanken und Kraft zu schöpfen, ganz allgemein, aber auch gerade dann, wenn es mal nicht so gut läuft.

Also setz deinen Hintern in Bewegung und melde dich mal wieder bei einem guten Kumpel, den du schon viel zu lange nicht mehr gesehen hast.

Weil du ständig im Training, auf Turnieren und dergleichen bist.

Und verabrede dich mit ihm – am besten JETZT GLEICH!

Komm schon: Wen hast du – ja du! – schon viel zu lange nicht mehr gesehen?

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